Erst den Keim und dann den Garten

Juli 4th, 2010

Immer muss man zueinander reifen.
Alle schnellen Dinge sind Verrat.
Nur wer warten kann, wird es begreifen:
nur dem Wartenden erblüht die Saat.

Warten, das ist: Säen und dann Pflegen,
ist gestaltend in den Worten warten,
handelnd still sein und umhegen
erst den Keim und dann den Garten.

Jean Gebser, Gedichte, Novalis 1974, S. 92

Pro-Lernen Treffs neu organisiert

Juni 25th, 2010

Seit mehreren Jahren organisieren wir Pro-Lernen Treffs, an denen sich gleichgesinnte Familien regelmässig treffen. Bis vor kurzem fanden unsere Treffen einmal pro Woche jeweils im Wald, in einer Turnhalle oder privat Zuhause statt. Das war für uns alle stimmig.

Aus diversen Gründen haben wir uns nun aber entschieden, unsere Treffen zukünftig an einen Ort zu verlegen, welcher unabhängig von Wetter und Gruppengrösse das ganze Jahr benutzt werden kann. Mit vielen Kriterien und Wünschen machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Raum und wurden schon nach kurzer Zeit im Appenzellerland fündig! Alle unsere Bedürfnisse – naturnahe und ruhige Aussen-Umgebung, grosszügige Räume mit Möglichkeiten für Kreativität und gute Erreichbarkeit mit Auto oder öffentlichem Verkehr für alle Familien – wurden mit dem gefundenen Haus erfüllt.

idyllische Aussenumgebung

Das einfache, aber praktische Haus mit grossem Sonnendach und einladender Spielwiese Haus von Aussenmit altem Baumbestand dürfen wir regelmässig jeden Donnerstag benutzen. Es bietet zwei grosse Aufenthaltsräume, ein kleines Zimmer, eine kleine Küche sowie sanitäre Anlagen. Mit einem kleinen Sommerfest zum Jahreszeitenübergang haben wir dieses Haus  bereits eingeweiht und inzwischen zweimal inklusive der erweiterten Umgebung erkundet. Wir sind alle erfüllt von der idyllischen Atmosphäre.

Unsere Lernumgebung auf einen Blick

Juni 19th, 2010

Vor bald einem Jahr haben wir damit begonnen, unsere Lernumgebung in unserem Haus drinnen zu beschreiben.  Sicher gäbe es noch sehr viele kleinere und auch grössere Details zu beschreiben und es versteht sich von selbst, dass auch eine anregende und natürliche Aussenumgebung dazu gehört. Wir pflegen auch zu sagen, dass die ganze Welt unsere Lernumgebung ist! Doch wir möchten nun mit diesem Blog dieses Projekt vorerst einmal abschliessen und wieder vermehrt aus unserem aktuellen Alltag berichten. Es ist uns klar, dass eine Lernumgebung immer unvollständig ist. Doch wir vertrauen voll und ganz unseren Kindern, welche uns stets ihre Bedürfnisse mitteilen. So wird sich auch unsere Lernumgebung immer wieder verändern, unseren Kindern anpassen und mit uns wachsen. Abschliessend und einer besserer Übersicht zuliebe haben wir unsere Lernumgebung nochmals zusammengefasst. Es hat Spass gemacht.

Ein Klick aufs Bild führt zum jeweiligen Blogeintrag.

Kinderbibliothek

Klang-Ecke

Mandalagalerie

 Malstation

Kinderzimmer mit Tücherhütte

Alchemisten - Labor

Computer-Station

'Pro-Lernen Zimmer' mit Zahlen- und Buchstabenmaterial

Material Französisch und Englisch

Interessen-Plätze

Bauraum und Rollenspiele

Puppengalerie

Näh-AtelierGestaltungszimmer

Eltern-Inspiration im Juli

Juni 17th, 2010

Am 10. Juli 2010 findet wieder eine Eltern-Inspiration  in Herisau statt, zu welcher wir alle Interessierten herzlich einladen. Unter dem Motto ‘Kinderbücher’ möchten wir uns diesmal gegenseitig unsere liebsten, spannendsten, lustigsten, tiefsinnigsten, witzigsten und und und und Bilderbücher, Vor-Lesebücher, Kinderbücher vorstellen.

Wer mehr darüber erfahren oder sich gleich anmelden möchte, kann das jetzt hier tun: Auskunft oder Anmeldung.

Buntglas Interview ‘Mitten im Leben lernen’

April 23rd, 2010

Sybille, welche mit viel Fleiss immer sehr lesenswerte und mit viel Liebe geschriebene Artikel in ihrem Buntglas-Blog veröffentlicht, hat uns zu einem Interview eingeladen. 

Mit dem Titel  ‘Mitten im Leben lernen‘ ist nun das Buntglas-Interview fast pünktlich zusammen mit unserem neuen Blog-Outfit erschienen. ;-)

Eltern-Inspiration

April 15th, 2010

Am 1. Mai 2010 findet wieder eine Eltern-Inspiration in Herisau statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Da unser letzmals gewähltes Thema ‘Entspannte Umgebung’ so umfassend und für uns essentiell ist, möchten wir gleich nochmals in folgende Fragen eintauchen:

- Was macht eine entspannte Umgebung aus?
- Wie sieht das im individuellen Alltag aus?
- Welche Rolle spielen wir als Eltern und Begleitpersonen dabei?
- Wo sind subtile Gefahren versteckt?
- Was löst Spannungen (bewusst oder unbewusst) aus?
- Was unterscheidet eine entspannte Umgebung innerlich und äusserlich?

Wer mehr darüber erfahren oder sich gleich anmelden möchte, kann das jetzt hier tun: Auskunft oder Anmeldung.

Näh-Atelier

März 8th, 2010

Die Nähmaschine war bis vor einiger Zeit in einem Schrank versorgt. Bei Bedarf holten wir sie hervor und nähten meistens am Küchentisch. Das hat sich jetzt geändert! Denn nachdem Sara kürzlich ihre ersten Nähversuche an der Maschine gemacht hatte, richtete sie danach kurzerhand ein Näh-Atelier ein! Näh-AtelierDer Platz dort (unter einer Treppe) ist wirklich nicht gross, doch es reicht nebst dem Nähplatz immerhin sogar für einen kleinen Stoffladen mit Stoffresten, Nähnadeln, Schere, Papierrolle für Schnittmuster, Gummibänder, Knöpfe, usw! Hier kann man bei ihr nicht nur Stoff ‘kaufen’, sondern auch Schneider-Aufträge aufgeben.  Egal ob es eine Koch-Schürze, einen Stoffbeutel, eine Hose, eine Tunika oder ein Puppenkleid ist: Sara nimmt jeden Aufrag an ;-) Zu Beginn überlegten wir uns, wie man ein Kind möglichst selbstbestimmt an eine solche Maschine heran lässt. Denn es musste gewährleistet sein, dass Sara sich nicht an der Nadel verletzt und ebenso wollten wir, dass die Nähmaschine voll und ganz funktionstüchtig bleibt. So erklärten wir ihr die wichtigsten Sicherheitsregeln und das etwas komplizierte Einfädeln des Fadens konnte sie an uns delegieren. Nun konnte sie selbständig die verschiedenen Stiche ausprobieren, was sie ziemlich langweilig fand. Sie begann lieber gleich damit, ein Kleidchen zu nähen. Eines nach dem anderen! Manchmal wurden sie zu eng, oder zu kurz, oder ein schöner Saumabschluss fehlte. . . . . . . Sie wusste, dass sie jederzeit für einen Trick fragen kommen durfte und so lernte sie einen Trick (= Nähtipp) nach dem anderen! Inzwischen näht sie Kleidchen nach selbstgemalten Schnittmuster und auch die Abschlüsse werden schon ganz schön. Es macht ihr richtig Spass!

Wir freuen uns, dass die Kinder uns immer wieder helfen, die Lernumgebung nach ihren Bedürfnissen zu gestalten!

Alchemisten-Labor

März 7th, 2010

Die Neugier und Freude an naturwissenschaftlichen Phänomenen und Experimenten braucht bei Kindern gar nicht erst geweckt zu werden. Im Gegenteil. Alchemisten - LaborKinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt entdecken und erforschen, egal wo sie sich befinden! Um ihrer Neugier, Faszination und Begeisterung für diese Phänomene auch im Haus drinnen gerecht zu werden, gestalten wir die Umgebung dementsprechend. Denn so war bei unseren Kindern der begehrte Lernort sehr oft die Küche, wo ein Grossteil des Materials zum Experimentieren bereits vorhanden war. Da allerdings dabei sehr oft ein ‘Bodensee’ in der Küche entstand, verlegten wir diese Wasserexperimente in die Gästedusche, wo das Wasser jeweils von selbst und ohne Überschwemmungsgefahr abfliessen kann und das Ganze im Nachhinein einfach zu reinigen ist! Dank einer einfachen Holzkonstruktion entstand die  ‘Wasserküche’, welche nebst diversen Behältern, Trichtern und Schläuchen ergänzt wurde mit Reagenzgläsern, Mit etwas Essig und Backpulver geht der Ballon von alleine auf!Sprühflaschen, Essig, Farbstoffen, Backpulver, usw. Irgendwann wurde der Platz zum Abstellen der Materialien knapp und wir kreierten ein schmales Gestell. Die ‘Wasserküche’ begann sich in ein Alchemisten-Labor zu verwandeln: Viele bedenkenlose, gut beschriftete Pülverchen wie Puderzucker, Backpulver, Maisstärke, Kreidepulver, Traubenzucker, Brausepulver, Salz, Zucker, Sand, Zitronensäure, Natriumsulfat, Natron, Curcuma und Chili, aber auch flüssige Seife, Lebensmittelfarbe, Essig, sowie Materialien wie z.B. Pipetten, Ballons, leere Gläschen und Behälter, Spritzen sowie auch Schläuche in diversen Dicken und Längen gehören dazu.

Die Kinder haben auch oft selber Ideen und holen sich ihre Zutaten in der Küche wie z.B. Zitronensaft, Apfelschalen oder Randen.

Neuerdings ergänzt ein Protokoll-Ordner unser Alchemisten-Labor, wo die Kinder ihre Versuche, Ergebnisse und Erkenntnisse eintragen und festhalten können. So wird hier nebst den genommenen Zutaten etwa der Duft, die Farbe oder die entstandene Konsistenz beschrieben und festgehalten. Immer mal wieder machen wir gemeinsam ein beschriebenes Experiment aus einem Buch, was jeweils auch spannend ist.

Persönliche Erfahrungen und der unbeschwerte Umgang mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Phänomenen bilden die Grundlage für lustvolles Entdecken und Lernen!

Kinderzimmer

März 5th, 2010

Der Name dieses Zimmers sagt eigentlich nichts über den Inhalt aus. Kinderzimmer von obenDenn da sich dieses Zimmer immer wieder verwandelt, hat es einfach noch keinen treffenderen Namen erhalten! Mal ist es ‘Hüpfzimmer’, mal Gästezimmer, mal Hüttenbauzimmer, mal Kletterzimmer, mal Puppenparadies, mal alles miteinander, usw. Zur Zeit ist es nebst Hüttenzimmer auch gerade wieder mal soweit, dass die Kinder es lieben, über den zwei Meter hoch in der Luft hängenden Balken zum Schrank zu klettern resp. balancieren. Dass sie dort hin klettern und es sich auf dem Kinderzimmer mit TücherhütteSchrank bequem einrichten, kommt immer wieder vor. Doch wenn wir Tendenzen feststellen, dass das ‘Hangen’ und ‘Klettern’ nicht mehr demnächst aufhören wird, dann ist der Zeitpunkt gekommen, darunter weiche Unterlagen herzurichten, einfach zur Sicherheit! Sobald allerdings die Unterlagen da sind, geht es erst so richtig los!! Nun wird noch viel wilder am Balken herum geturnt und gehangen, am Seil Kunststücke ausprobiert oder vom Balken runter gesprungen und innerhalb kürzester Zeit wird das Zimmer wieder in ein ‘Hüpfzimmer’ umfunktioniert! Verschnaufpausen gönnen sie sich in der Tücherhütte, wo das Spiel meistens in Form von Rollenspielen fortgesetzt wird!

Mandala-Galerie

März 5th, 2010

Aus einem langen Brett von einem Notbett aus dem Luftschutzkeller (!) ist ein Mandala-Tisch entstanden. Als wir im ganzen Haus alle Farben zusammen suchten und sortiert in die Töpfchen stellten, staunten wir nicht schlecht! Es war uns gar nicht bewusst gewesen, dass wir überhaupt so viele Farben mit so unterschiedlichen Farbtönen haben! In der Mandala-Galerie halten sich die Kinder sehr oft vor dem Schlafen auf.
 Mandalagalerie

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann wird entweder ein Mandala ausgemalt, gezeichnet oder Tagebuch geschrieben. Dabei reflektieren sie oftmals den Tag und erzählen, wie sie sich in verschiedenen Situationen gefühlt haben. Doch auch tagsüber kommt es vor, dass sich eines der Kinder in die Mandala-Galerie zurückzieht und sich dort beim Malen zu sanfter Musik verweilt. Es hat in dieser Galerie auch Bücher, welche ‘Schritt-für-Schritt’ Anleitungen beinhalten um etwas Bestimmtes zu zeichnen. Diese werden meistens nur dann gebraucht, wenn das Zeichnen des gewünschten Objektes nicht so entstehen will, wie sie es sich vorgestellt haben! 

Die Mandala-Galerie ist für alle ein Ort der Ruhe.