Archive for the ‘Sprachen’ Category

Unsere Lernumgebung auf einen Blick

Samstag, Juni 19th, 2010

Vor bald einem Jahr haben wir damit begonnen, unsere Lernumgebung in unserem Haus drinnen zu beschreiben.  Sicher gäbe es noch sehr viele kleinere und auch grössere Details zu beschreiben und es versteht sich von selbst, dass auch eine anregende und natürliche Aussenumgebung dazu gehört. Wir pflegen auch zu sagen, dass die ganze Welt unsere Lernumgebung ist! Doch wir möchten nun mit diesem Blog dieses Projekt vorerst einmal abschliessen und wieder vermehrt aus unserem aktuellen Alltag berichten. Es ist uns klar, dass eine Lernumgebung immer unvollständig ist. Doch wir vertrauen voll und ganz unseren Kindern, welche uns stets ihre Bedürfnisse mitteilen. So wird sich auch unsere Lernumgebung immer wieder verändern, unseren Kindern anpassen und mit uns wachsen. Abschliessend und einer besserer Übersicht zuliebe haben wir unsere Lernumgebung nochmals zusammengefasst. Es hat Spass gemacht.

Ein Klick aufs Bild führt zum jeweiligen Blogeintrag.

Kinderbibliothek

Klang-Ecke

Mandalagalerie

 Malstation

Kinderzimmer mit Tücherhütte

Alchemisten - Labor

Computer-Station

'Pro-Lernen Zimmer' mit Zahlen- und Buchstabenmaterial

Material Französisch und Englisch

Interessen-Plätze

Bauraum und Rollenspiele

Puppengalerie

Näh-AtelierGestaltungszimmer

Fremdsprachen lernen

Mittwoch, Februar 10th, 2010

Wie ist es faszinierend miterleben zu dürfen, wie unsere Kinder absolut ohne Berührungsängste und ganz locker fremde Sprachen lernen! Das erste Mal kamen sie mit einer Fremdsprache in Berührung, als ein französisches Gastkind aus Paris bei uns für fast einen Monat in den Ferien war. Das ist nun schon über 2 Jahre her und mittlerweile sprechen und verstehen Sara und Olivia die französische Sprache zwar nicht perfekt, aber immerhin schon so gut, dass sie problemlos in dieser Fremdsprache telefonieren und kommunizieren!

Vor drei Monaten haben wir auf Wunsch unserer ältesten Tochter Sara mit Englisch angefangen. Während eines Auslandaufenthaltes hat sie diese Sprache beeindruckt und auf natürlicher Weise lernte sie damals einige Brocken davon. Eine der besten Formen, eine Sprache zu erlernen, ist sowieso, sich in einem entsprechenden Land über längere Zeit aufzuhalten. Da dies aber nicht immer möglich ist, lernen unsere Kinder die Fremdsprache hier Zuhause auf ähnliche Art und Weise, wie wenn sie im Ausland wären. Und das geht ganz leicht. Statt mit den Kindern in Schweizerdeutsch zu sprechen, spreche ich während des Tages ganz einfach in der gewünschten Fremdsprache und übersetze den Satz zu Beginn gleich anschliessend 1:1. Auf diese Art und Weise ähnelt das Fremdsprachenlernen jener Art, wie kleine Kinder die Muttersprache lernen. Ganz ähnlich empfiehlt  Vera F. Birkenbihl das Erlernen von Fremdsprachen. Wir lassen ihre Erkenntnisse auch bei uns einfliessen.

Es gibt Fachkreise, die empfehlen, dass Kinder möglichst früh Fremdsprachen lernen sollten. Sie begründen das damit, dass ein Baby fähig ist, die Töne aller Sprachen zu unterscheiden. Wenn es durch seine Mutter und seine Umgebung auf die Töne der Familiensprache spezialisiert wird, wird es mehr und mehr die Fähigkeit verlieren, andere Töne, die nicht zu dieser Sprache gehören, zu erkennen. Darum hört das kleine Kind verschiedene Sprachen und behält die sprachliche Fähigkeit, zu verstehen und zu sprechen. Es hat einen anderen Bezug zu den Sprachen als die Jugendlichen und Erwachsenen. Es lernt einfacher und unbewusst, durch spielerische Nachahmung, auf die selbe Weise, wie es seine Muttersprache erlernt. Diese aussergewöhnliche Lernfähigkeit für Sprachen nimmt mit dem Alter progressiv ab und verschwindet nach dem zehnten Altersjahr.

Wieder andere Fachkreise betonen, dass die Zeit für eine zweite Sprache erst dann reif sei, wenn das Lerninteresse beim Kind vorhanden sei. Das sei je nach Kind im Alter von zwischen 10 und 13 Jahren.

Nun, wann auch immer die Zeit beim Kind reif ist, einig scheint man sich zu sein, dass Fremdsprachen das Sprachbewusstsein, die Sensibilisierung für andere Kulturen, die Offenheit gegenüber anderen Menschen und die Toleranz fördert. Eine Fremdsprache ermöglicht zudem Einblick in verschiedene Kulturen mit deren spezifischen Denkarten und dem ihr eigenem Humor. 

All unseren Kindern macht das Sprachenlernen auf jeden Fall sichtlich Spass und unsere älteste Tochter hat bereits angekündigt, dass sie als nächstes Spanisch lernen möchte. Schauen wir mal, wie lange unser Spanisch da noch reicht ;-) ).

Wir sind der Meinung, dass es nie zu früh ist, mit Kindern Material Französisch und Englischin einer fremden Sprache zu sprechen, solange sie Freude und Spass daran haben.

Mittlerweile haben wir schon eine Menge mit vielen schönen und auch inhaltlich stimmigen Bilderbüchern, Geschichten, Liedern, Reimen, Spielen oder CD’s auf Englisch und Französisch. Der absolute Hit zur Zeit sind die ‘Winnie the Witch’ Bücher, welche uns mit ihrem Humor und den vielen Details überzeugen und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mindestens eines dieser Bücher anschauen und erzählen.

So experimentieren wir das Fremdsprachenlernen auf vielfältigste Art und Weise und können über den Lernfortschritt unserer Kinder nur staunen.

Lernen findet überall statt

Freitag, September 19th, 2008

Vor einigen Tagen sind wir von unserem Auslandaufenthalt zurückgekehrt. Es war das erste Mal, dass wir es als Familie gewagt haben, eine Reise ins Ausland zu unternehmen. Unter dem Motto: "Die ganze Welt ist unser Klassenzimmer" wurde während dieser Zeit viel gelernt und entdeckt. Wir haben mal versucht, einen Ausschnitt der täglichen Aktivitäten unserer Kinder – insbesondere von Sara – in Schulfächer zu unterteilen, was gar nicht so einfach war, da vieles ineinander fliesst!

Geografie: Das Land, welches Sara zu Hause via Bücher, Karten, Internet und Google Earth eingehend studiert und unzählige Male virtuell bereist hatte, erlebte sie nun hautnah und konnte sich in der neuen Umgebung schnell orientieren und zurechtfinden. Sie hat eine Relation zu Distanzen bekommen. Die Lebensbedingungen wurden mit den eigenen verglichen und Vor- und Nachteile aufgezählt. Verflechtungen – wie die Herkunft verschiedener Konsumgüter – zwischen der Heimat und der Welt wurden wahrgenommen.

Geschichte: Da wir unmittelbar neben landestypischen Kunstskulpturen  wohnten, fragte uns Sara darüber Löcher in den Bauch. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und ein dickes Buch mit den schönsten Sagen und Mythen des Landes mitgenommen. Diese Geschichten werden kindgerecht erzählt und vermochten den Wissensdurst von Sara zu stillen.

Deutsche Sprache (Lesen, Schreiben und Sprechen): Sara hat selber Geschichten oder Briefe von "Felix" gelesen und liess sich auch gerne welche vorlesen. Zudem hat sie mehrere Briefe von Hand an Freunde geschrieben. Weiter hatte sie die Gelegenheit, mit einem Mädchen, mit dem sie sich angefreundet hat, sich in der hochdeutschen Sprache zu üben.

Fremdsprachen. Nebst einigen Brocken der Landessprache lernte Sara auch einige Brocken englisch. Sie machte aber auch die Erfahrung, wie man sich mit <Händen und Füssen> zurechtfinden kann, als sie z.B. selber in einem kleinen Laden etwas einkaufen ging.

Sport: Sara hat während unseres Aufenthaltes die Technik des Schwimmens gelernt. Wo sie sich in den ersten Tagen noch jedes Wassertröpfchen im Gesicht sofort an einem Badetuch abtrocknen liess, so tauchte sie am Schluss mit und ohne Taucherbrille mutig drauf los, machte Purzelbäume im Wasser und schwamm im Meer auch bei höherem Wellengang. Nebst dem Baden wurde natürlich auch viel am Strand gesprungen, so eine Art kindliches Strandjogging!

Musik: Die fremdländische Musik und der Tanz wurden live miterlebt.

Naturkunde und Meeresbiologie: Viele der landestypischen Pflanzen und Bäume, aber auch Fische und Muscheln wurden kennengelernt und bewundert.

Sternenkunde: Saras Interesse an den Namen der verschiedenen Planeten und Sternbilder war und ist immer noch gross.

Mensch, Umwelt und Technologie: Sie befasste sich dort mit den verschiedensten Themen wie z.B. andere Länder andere Sitten, vieles ist anders. Verschiedenste Arten von Verkehrsmitteln und deren Sicherheit: Bus, Eisenbahn, Flugzeug, Fähre, Auto, Elektromobil, Fahrrad, zu Fuss,  usw.  

Bildnerischens Gestalten: Gestalten am StrandMit Sand, Muscheln und einigen anderen Naturmaterialien vom Strand haben die Kinder die verschiedensten Kreationen entworfen! Sie haben erlebt, wie die richtige Konsistenz des Sandes mit Wasser entscheidend ist. Zudem hat Sara den richtigen Umgang mit einem Fotoapparat gelernt und hält die ihr wichtigen Bilder eigens fest.

Mathematik: Mengen und Objekte (Muscheln und Steine) wurden verglichen, geordnet, nach Merkmalen sortiert und gezählt. Masseinheiten wurden handelnd erfahren. Sara lernte den Umgang mit den Euros. Weiter interessierte sie sich  für die Längenmasse wie z.B. die Tiefe des Meeres an einer bestimmten Stelle, den höchsten Berg, die Entfernung von Punkt A nach B, usw.

Soziale Kompetenz: Sara lernte Regeln und Strukturen des fremden Landes kennen und diese einzuhalten. Sie pflegte den Kontakt zu anderen Kindern und wurde von diesen auch zum Spielen abgeholt.

Und so weiter und so weiter und so weiter. . . . . . .

Es hat uns allen so gut gefallen, dass wir gerne noch viel länger dort geblieben wären. Das Erlebte wird nun hier zu Hause von den Kindern in spannendsten Rollenspielen nachgespielt.

Lernen findet definitiv überall statt – falls man es merkt.

Französischer Lernspass

Donnerstag, August 21st, 2008

Kinder lernen Sprachen spielend leicht. Das dürfen wir im Moment auch bei unseren Kindern erleben. Inspiriert von der Zeit mit unserem Ferienkind aus Paris, haben unsere beiden Töchtern das Bedürfnis immer wieder französisch zu sprechen. Es ist ein Spiel für sie und es macht ihnen offensichtlich Spass. Ganz spontan sprechen wir immer wieder zwischendurch französisch miteinander, wobei die Kinder schon ganz gut einfache Dialoge mit mir führen können.

Olivias Lieblingsbuch ist im Moment "Une fête des enfants à Bullerbü " von Astrid Lindgren. Dieses lese ich ihr auf französisch vor und dabei hören Sara und Nalin meistens auch zu. Beim Vorlesen gehe ich nach dem gleichen Prinzip wie beim Sprechen vor: Ich lese zuerst einen Satz vor und übersetze ihn sogleich auf Deutsch. Das klingt vielleicht etwas mühsam, ist es aber überhaupt nicht. Beim Vorlesen ergibt sich ein schöner Flow und wenn sie anschliessend die dazugehörige CD hören, auf welcher die ganze Geschichte ausschliesslich auf französisch gesprochen ist, dann verstehen sie zwar (noch) nicht Wort für Wort, können der Handlung aber sinngemäss folgen und im Buch mitblättern.

Seit mehreren Tagen ist Sara in ein Rollenspiel vertieft. Sie spielt dabei die Geschichte des französischen Engels Amélie, welcher etwas schusselig ist. Dabei spricht sie natürlich nur französisch und kommt immer mal wieder fragen, wie denn das und dies genau heisst. Sie meinte sogar: "Mit mir dürft ihr nur noch französisch sprechen, denn Deutsch verstehe ich nicht mehr!"

Bei Nalin scheint auch so manches hangen bleiben. So schmunzeln wir oft, wenn er seine Sprachkünste plötzlich offenbart. Holt er die anderen zum Essen, so sagt er z.B. nicht wie normalerweise "ässä", sondern ruft "nous pouvons manger – essen!"

Französisch, für die ganze Familie ein spielerisches Vergnügen!