Im Rahmen eines Bildung-Pur-Projektes starteten wir im Januar mit einem Theater-Projekt. Drei Familien hatten sich dafür angemeldet und da das Stück ‘Pippi’ schon zum vornherein feststand, galt es als ersten Schritt, die Rollen zu verteilen. Das geschah ganz schnell, da sich alle schon Zuhause Gedanken darüber gemacht hatten und so war schnell mal klar, dass es nebst den bekannten Figuren auch neu erfundene mit dabei haben wird.

Nachdem die verschiedenen Szenen gemeinsam erarbeitet und zum Teil von den Kindern selbst aufgeschrieben wurden, konnte mit dem konkreten Rollen-Spielen begonnen werden. So probten wir seit dem Januar je einen Nachmittag in der Woche und es war spannend mit zu erleben, wie das Stück von mal zu mal fülliger und lebendiger wurde. Immer wieder wurden Ideen zum Bühnenbild eingebracht. Es wurde gebastelt, entworfen, geübt und viele kleine Details erarbeitet, bis das stimmungsvolle Bühnenbild bereit war. IMAG0183Plakate, Einladungen und Eintritts-Ticket wurden geschrieben und gemalt. Die zum Teil kurzen bis recht langen Texte konnten die Kinder früher oder später alle auswendig. Eine der grössten Herausforderungen war wohl das Sprechen der Rolle mit ungewohnt lauter Stimme, da die Bühne die Worte verschluckte. Das Proben auf einer echten Bühne war für alle beteiligten Kinder ein ganz neues Erlebnis und sie freuten sich immer wieder neu darauf.

IMAG0190Vergangene Woche war es dann soweit. Die erste Vorstellung fand statt und zwei Tage später folgte gleich eine weitere Aufführung. Vor rund 100 Zuschauern spielten die Kinder ihr Stück souverän vor und verkauften als krönen-den Abschluss ihren selbstgebackenen Kuchen und die Bowle.

Es war ein wirklich sehr schönes Erlebnis für alle Beteiligten! Und schon jetzt  sind sich die Kinder einig, dass sie möglichst bald wieder an einem Theater-Projekt mit dabei sein möchten.

Da ein Teil der Theater-proben und auch die Aufführungen in einem Behindertenheim statt-fanden, kamen unsere Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben in nahen Kontakt mit behinderten Menschen. Anfänglich noch etwas zurückhaltend und scheu lernten sie verschiedene Eigenarten von Behinderten kennen und wurden immer interessierter und lockerer im Umgang mit ihnen. Manch ein Erlebnis brachte sie zum Schmunzeln und dass sie zum Abschluss alle ein Geschenk von einem Behinderten überreicht bekamen, machte sie sogar ein bisschen stolz. Dies geschah als kleiner, nachhaltiger Nebeneffekt bei den Theaterproben!

Der Humor von ’Loriot’ ist – zum Glück! – nicht an unseren beiden Töchtern vorübergegangen! Davon fasziniert liessen sie sich zu einem kleinen Projekt inspirieren!

So bestand der erste Schritt darin, dass Sara sich die Mühe machte, das ganze Stück aufzuschreiben. Dazu brauchte sie eine Textverarbeitung und die gewünschte Youtube-Aufnahme von Loriot und nach einigen Stunden Arbeit war das Stück aufgeschrieben. Nun wurde noch die Rolle von Olivia in grösserer Schrift dargestellt und anschliessend ausgedruckt. Als nächstes lernten sie ihre Rolle auswendig. Dazu gehörte natürlich auch, dass sie sich den kurzen Film von Loriot noch einige Male anschauten, um Gestik, Mimik und den richtigen Tonfall ebenfalls gleich mit einstudieren zu können. Mit viel Spass und Engagement wurde bei jeder Gelegenheit geübt. Und es ergab sich immer mehr ein Zusammenspiel zwischen den beiden Übenden, bis es dann letztlich filmreif wurde.

Vom ersten Schritt bis zur Filmreife vergingen knapp eine Woche und dabei wurde eine Menge gelernt: Richtiges Aufschreiben von etwas Gehörtem (Rechtschreibung), Umgang mit dem PC (übersichtliche Darstellung, Schriftart, Farbe und Grösse, Abschnitte am richtigen Ort, Anführungs- und Schlusszeichen bei direkter Rede, usw.), Hochdeutsche Aussprache, Auswendiglernen und Vortragen eines Textes, zusammen im Team proben und bei Konflikten gemeinsam eine Lösung finden und schlussendlich mit etwas Lampenfieber vor der Kamera auftreten!

Alle mit Lust auf etwas Heiteres sind eingeladen, sich eine Kostprobe davon anzusehen.

Hm, vielleicht bräuchten die beiden mal etwas Nachhilfe bei Marshall Rosenberg zum Thema ‘Gewaltfreie Kommunikation’?!