In Zeiten des Wandels erbt der Lernende Mensch die Welt, während der Gelehrte wunderbar für eine Welt ausgerüstet ist, die nicht mehr existiert.

Eric Hoffer

Ist es nicht interessant, dass heute fast niemand mehr weiss, dass mündige Eltern die Hoheit über die Bildung der Kinder haben und nicht der Staat? Das ist ein Menschenrecht, sowie es ein Menschenrecht ist, dass Kinder ein Anrecht auf Schulung besitzen. Doch was heisst das jetzt konkret?

Neben den staatlichen Schulen gibt es heute in der Schweiz und in vielen anderen Ländern unzählige alternative Schulmöglichkeiten. Das ist auch gut so. Doch Schule meint nicht landläufig Schule, sondern hinter alternativen Schulmöglichkeiten verstecken sich unterschiedliche Ideologien, unterschiedliche Philosophien, unterschiedliche Kulturen, Wertesysteme, unterschiedliche wissenschaftliche Erkenntnisse und Auffassungen von Lernen und unterschiedliche Anwendungen von Lehren und Lernen. Um im internationalen Bildungswettbewerb zu bestehen, versucht nun die staatliche Schule diese Einflüsse alle irgendwie aufzunehmen und in ihre System zu integrieren. Doch was kommt dabei als Ergebnis heraus?

Geköder für eigene Zwecke? Ideologisch, sektiererische Wissenschaftlichkeit? Marktstrategisches Kliententum? Massenmedial überflutete, neoliberal durchwucherte Alltäglichkeit? Oder etwa spirituelle Weisheit? Sinn für die existentiellen Fragen des Lebens? Mitgefühl und Natürlichkeit? Ethische und moralische Werte für eine nachhaltige Menschentwicklung auf Erden? Sind wir schon so hypnotisiert, dass wir es nicht mehr merken? 

Zum Glück gibt es alternative Möglichkeiten, wie Kinder geschult werden können. Sie glauben es kaum. Es gibt mittlerweile Schulen, welche den Kindern keine Antworten auf Fragen geben, welche sie gar nie gestellt haben.

Vor vielen Jahren sind wir in Büchern auf Schulen gestossen, welche anregende Lernumgebungen für nicht-direktive Erziehung bereitstellen. In der Schweiz und in vielen Ländern der Welt gibt es schon eine beachtliche Anzahl solcher Schulen. Bei der Schul-Evaluation für unsere Kinder haben wir viele von ihnen besucht und waren wirklich tief beeindruckt. Die Kinder dürfen, wie von der Natur vorgegeben, von innen nach aussen lernen – im Gegensatz zu von aussen nach innen. Sie lernen die Kulturtechniken wie Schreiben, Lesen und Rechnen einfach so. Jedes Kind darf sich nach eigenem Rhythmus richten und lernt und lernt und lernt und lernt und lernt und lernt und lernt immer noch. Völlig faszinierend!

Wenn es den Leser interessiert, mehr über dieses Lernprinzip zu erfahren, dann empfehlen wir Bücher, das Internet, Freunde, Bekannte, im Notfall ein Gespräch mit Lehrer, besser aber Gespräche mit Lernenden, Besuche von alternativen Schulen und vor allem Eines: sich selber bilden und LERNEN. Wir sind heute soweit, dass wir die Lernumgebung für unsere Kinder zu Hause und wo auch immer selber zur Verfügung stellen. Die Welt ist unsere Lernumgebung. Die Familie und die Vernetzung mit Gleichgesinnten ist die soziale Umgebung, in welcher sich die Kinder und alle Beteiligten entfalten können.

Wir übernehmen Selbstverantwortung und bekennen uns zum Prinzip der nicht-direktiven Entfaltung. Wir nennen es <Entfaltung durch natürliches Lernen> und freuen uns, zusammen mit den Kindern täglich an uns zu arbeiten, zu lernen und zu wachsen.